Adaptive Belichtung — eine Schweißkamera, die den Lichtbogen in 100 ms erkennt
Adaptive Belichtung in der Schweißkamera — Lichtbogen-Erkennung in 100 ms
100 ms. So viel liegt zwischen „ich sehe das Detail" und „ich sehe das Schmelzbad ohne Überstrahlung".
Kein Signal von der Stromquelle. Kein Relais aus der SPS. Die Kamera erkennt die Lichtbogenzündung aus dem Bild selbst und wechselt das Profil eigenständig.
Das Problem: eine Belichtung reicht nicht
Schweißen ist kein kontinuierlicher Vorgang — es ist ein Zyklus: Zündung, Naht, Pause, Neupositionierung, nächste Zündung. Der Bediener muss sowohl den Lichtbogen selbst sehen als auch das, was zwischen den Nähten passiert.
Eine Standardkamera hat eine feste Einstellung. Auf den Lichtbogen abgestimmt — während des Schweißens sieht man das Schmelzbad, doch zwischen den Nähten verschwinden Detail und Fuge im Schwarzen. Auf das Detail abgestimmt — die volle Geometrie vor und nach der Naht ist sichtbar, aber im Moment der Zündung wird das Bild überstrahlt.
Adaptive Belichtung schaltet das Kameraprofil zwischen diesen beiden Zuständen um — automatisch, auf Grundlage des Bildes.
Wie die Schweißkamera das Profil in 100 ms umschaltet
Vor der Zündung — volles Bild von Fuge, Kanten, Brenner und Umgebung. Normale Belichtung.
Lichtbogenzündung — die Kamera erkennt den schnellen Anstieg der Bildhelligkeit. Innerhalb von ~100 ms wechselt sie auf das Schweißprofil.
Während des Schweißens — Schmelzbad klar, Lichtbogen nicht überstrahlt, die Prozessgeometrie ist sichtbar.
Lichtbogenlöschung — die Kamera erkennt erneut eine Bildänderung. Nach etwa 100 ms kehrt sie zum Normalprofil zurück.
Nach der Naht — volles Bild, das Ergebnis lässt sich prüfen und die nächste Position vorbereiten. Ohne Klicken, ohne Einstellungswechsel.
Warum keine Integration in die Stromquelle nötig ist
Die Kamera braucht kein externes Signal. Sie erkennt den Prozess aus dem Bild selbst. Dadurch:
- arbeitet sie mit jeder Stromquelle — Fronius, EWM, Kemppi, Lincoln, Miller,
- passt sie in jede vorhandene Zelle — ohne Eingriff in die Automation,
- beherrscht sie jedes Verfahren — MIG/MAG, WIG, Plasma, E-Hand,
- geht sie ohne Integrator in Betrieb — kein Roboterprogrammierer, keine Zeilen im SPS-Code.
Schweißkamera für die Roboterzelle — typische Einsatzfälle
Überall dort, wo der Lichtbogen vielfach gezündet wird und eine Integration in die Stromquelle teuer oder unerwünscht ist: Heftschweißen, Roboterzellen mit kurzen Nahtabschnitten, Mehrhersteller-Arbeitsplätze, Kundenzellen ohne Zugang zur Automation.
Aus der Inbetriebnahme
Doppelbrenner-Station MAG 135 an Fronius-Stromquellen. Zwei Kameras, zwei Monitore, null Zeilen am Zellensteuergerät ergänzt. Die Steuerung läuft weiter, als wären die Kameras nicht da.
Keine Eingriffe in die bestehende Automation bedeuten eine echte Einsparung bei der Inbetriebnahme — kein SPS-Programmierer, kein Integrator, keine Wochen an Abstimmungen, wer wofür zuständig ist.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert die Rocket Retina Schweißkamera mit WIG?
Ja. Die adaptive Belichtung unterstützt WIG, MIG, MAG, Plasma und E-Hand. Die Lichtbogen-Erkennung arbeitet aus dem Bild heraus, das Schweißverfahren spielt daher keine Rolle — entscheidend ist nur, dass bei der Zündung genug helle Pixel im Sichtfeld erscheinen.
Was kostet die Rocket Retina Schweißkamera?
Einstiegspreis liegt bei 4.999 EUR netto (19.999 PLN netto) für ein Full-HD-Set mit GigE Vision und PoE-Versorgung. Angebote für Mehrstationen-Zellen, dedizierte Optik oder zusätzliche Integration — auf Anfrage.
Braucht eine HDR-Schweißkamera eine Anbindung an die Stromquelle?
Nein. Rocket Retina erkennt die Lichtbogenzündung aus dem Bild selbst. Sie arbeitet mit jeder Stromquelle (Fronius, EWM, Kemppi, Lincoln, Miller) ohne SPS-Eingänge, ohne Roboterprogrammierer, ohne zusätzliche Zeilen im Zellensteuergerät.
Adaptive Belichtung ist Standard in der Rocket Retina Schweißkamera. Wenn Sie sie an Ihrem eigenen Prozess sehen möchten — schreiben Sie uns.
Wir haben auch eine Spiegeloptik für Brenner entwickelt, bei denen nur wenige Zentimeter Platz bleiben — aber das ist eine Geschichte für einen anderen Beitrag.